Absagegründe
fernab des eigentlichen Vorstellungsgesprächs

Ob Sie der oder die Richtige für einen Job sind, wird nicht nur aufgrund Ihrer Bewerbung entschieden. Ausschlaggebend ist auch, wie Sie sich gegenüber den Entscheidungsträgern geben – auch abseits des eigentlichen Vorstellungsgesprächs. Lesen Sie hier mögliche Gründe, die zu einer Absage führen können.

In der Arbeitswelt sind die Momente, in denen nicht nachgedacht wird, oft die entscheidenden. Der Konkurrenzkampf um die besten Jobs ist sehr gross. Wenn sich hierbei zahlreiche Kandidaten mit den gleichen Fähigkeiten und Erfahrungen bewerben, wird auf die zwischenmenschlichen Kompetenzen und das generelle Verhalten automatisch mehr Gewicht gelegt. Beachten Sie daher die folgenden vier Hinweise, damit Ihr Verhalten im Vorstellungsgespräch auch zu Ihrer Bewerbung passt.

Zeigen Sie, dass Sie Respekt vor Ihrem aktuellen Arbeitgeber haben

Wenn Sie gefragt werden, ob ein Vorstellungsgespräch während Ihrer Arbeitszeiten möglich wäre, hüten Sie sich vor solchen Antworten wie „Natürlich, mir wird schon eine Ausrede für meinen Vorgesetzten einfallen“ oder „Klar, ich sage einfach, ich habe einen Arzttermin“. Solche unüberlegten Antworten lassen bei Ihrem Gesprächspartner die Alarmglocken läuten. Ein potenzieller Arbeitgeber macht an Ihrem Verhalten gegenüber Ihrem aktuellen Arbeitgeber fest, wie Sie sich in seinem Unternehmen verhalten würden.

Unabhängig davon, ob das Vorstellungsgespräch persönlich, telefonisch oder über Skype stattfinden soll, kann es sehr schwierig sein, einen geeigneten Zeitpunkt dafür zu finden. Daher greifen viele in dieser Situation auf einen Arzttermin oder eine Familienangelegenheit als Ausrede zurück. Vielleicht sind Sie aber auch der Meinung, dass Sie aufgrund Ihrer vielen unbezahlten Überstunden ein gutes Recht darauf haben, Ihre Arbeitszeit bei einem Vorstellungsgespräch zu verbringen. Aber auch das wird bei Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber gar nicht gut ankommen.

Jeder könnte nach seinem Eindruck von Ihnen gefragt werden

Einige Kandidaten setzen alles auf den Moment, wenn sie ihren möglichen Vorgesetzten treffen. Allerdings könnte dieser Moment nie kommen, wenn Sie nicht auch allen anderen Personen, die Ihnen während des Auswahlverfahrens über den Weg laufen, mit Respekt und Interesse begegnen. Seien Sie sich bewusst: Jede Person, mit der Sie zu tun haben, könnte in den Entscheidungsprozess involviert sein. Das können z. B. der Personalberater oder der Empfangsmitarbeiter sein. Selbst ein Mitarbeiter, der Ihnen ein Glas Wasser bringt, oder ein potenzielles Teammitglied, das Ihnen die Räumlichkeiten zeigt, könnten Einfluss auf die Entscheidung ausüben. Jeder könnte am Ende nach seinem Eindruck von Ihnen gefragt werden oder diesen einfach von sich aus äussern.

Absagegründe fernab des eigentlichen Vorstellungsgesprächs

Small Talk kann viel ausmachen

Beim Small Talk geht es darum, Bindungen aufzubauen. Denken Sie daher im Vorfeld über passende Gesprächsthemen nach. Meiden Sie dabei aber kontroverse, düstere oder negative Themen.

Halten Sie sich auch bei Vorstellungsgesprächen per Video an die Etikette

In unserer modernen und hektischen Welt kommen Vorstellungsgespräche mittels Skype oder anderer Videotechnik immer häufiger vor. Bei solchen Gesprächen ist es essenziell, dass alles, was Ihr Gesprächspartner auf seinem Bildschirm zu sehen bekommt, den positiven Eindruck bestärkt, den Sie mit Ihren Worten vermitteln.

Daher sollte es selbstverständlich sein, dass Sie sich so kleiden, wie Sie es auch bei einem persönlichen Gespräch tun würden. Achten Sie auf eine aufgeräumte Umgebung und darauf, dass keine privaten Dinge, beispielsweise Geschirr oder Wäsche, im Bild zu sehen sind. Wenn Arbeitsunterlagen oder andere vertrauliche Papiere (wie z. B. Kontoauszüge) herumliegen, lässt Sie das nachlässig und unprofessionell wirken. Denken Sie ausserdem gut darüber nach, ob Ihr Interviewer sehen soll, welches Buch Sie aktuell lesen.

Präsentieren Sie sich angemessen und in einem ordentlichen Umfeld. So kann sich Ihr Gesprächspartner ausschliesslich auf das konzentrieren, was Sie zu sagen haben.

Leisten Sie sich bei der Kommunikation keinen Fauxpas

Gehen Sie mit jeder E-Mail und Nachricht professionell um. Es ist schlichtweg unsinnig, Stunden in das Anschreiben und den Lebenslauf zu investieren, dann aber saloppe, missverständliche oder unprofessionelle Nachrichten zu verfassen.

Nutzen Sie die Betreffzeile Ihrer E-Mail sinnvoll, damit der Empfänger direkt weiß, um was es geht. Nennen Sie beispielsweise den Jobtitel und zusätzlich die Stichpunkte „Termin Vorstellungsgespräch“ oder „Meine Referenzen“. Verwenden Sie weiterhin eine passende Grussformel, also „Sehr geehrter Herr XXX“ oder „Guten Morgen, Frau XXX“. Achten Sie dabei immer darauf, dass Sie die entsprechenden Namen auch richtig schreiben. Seien Sie nicht zu locker, indem Sie über Gott und die Welt plaudern. Wendungen wie „Hi Kollege“ sind ebenfalls unangebracht.

Bei der Jobsuche müssen Ihre Handlungen und Interaktionen immer das Bild widerspiegeln, das Sie vermitteln möchten. Haben Sie das stets im Hinterkopf. Selbst wenn Sie den Job nicht bekommen, haben Sie zumindest einen guten Eindruck hinterlassen. Und wer weiss, vielleicht wird Ihnen dieser später noch einmal nützlich sein.