Gestalten Sie Ihre persönliche Online-Marke
mit Social Media & Co.

Ein wichtiger Bestandteil Ihrer persönlichen Karriere ist Ihr Ruf – sowohl online als auch offline. In dieser Hinsicht bekommt Ihre Online-Marke eine besondere Bedeutung, da Arbeitgeber die Jobs mittlerweile nicht mehr ausschließlich über den klassischen Weg besetzen. Was das für Sie bedeutet? Sie müssen zukünftig vielleicht weniger Zeit für die Stellensuche aufbringen.

„Klassisch“ steht in diesem Zusammenhang für das Schalten einer Stellenanzeige in einer Jobbörse, verbunden mit der Aufforderung des Arbeitgebers an den Jobsuchenden, eine Bewerbung samt Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf und Anhängen zu schicken. Sprechen Ihre Bewerbungsunterlagen den Arbeitgeber an, lädt dieser Sie zu einem Vorstellungsgespräch ein – ein Prinzip, das jahrelang Standard war.

Heutzutage drehen Arbeitgeber oder eigens dafür beauftragte Personalberater die Jobsuche oft um. Sie nehmen das Heft selbst in die Hand und warten nicht mehr, bis passende Bewerber auf sie zukommen. Arbeitgeber sowie Personaldienstleister suchen proaktiv nach geeigneten Kandidaten und machen ihnen direkt ein Jobangebot. Ist Ihre Online-Marke nicht vorhanden, nichtssagend oder unstimmig, sinken Ihre Chancen auf den neuen Job und Sie müssen weiterhin selbst nach etwas Passendem suchen.

Gestalten Sie Ihre persönliche Online-marke mit Social Media & co.

Stellen Sie also sicher, dass Sie sich von Ihrer besten Seite zeigen. Hier ein paar Tipps:

Analysieren Sie Ihre Online-Marke

Gehen Sie Schritt für Schritt vor und machen Sie sich zunächst ein subjektives Bild von Ihrer Online-Marke.

1. Was wissen Suchmaschinen über Sie?

Tippen Sie in Google und anderen bekannten Suchmaschinen Ihren Namen ein und starten Sie eine Suche. Was Sie sehen, sieht auch der Rest der Welt.

2. Nutzen Sie Social-Media-Plattformen zu Ihrem Vorteil

Sie haben sehr wahrscheinlich bereits Accounts bei verschiedenen Social-Media-Plattformen. Schnappen Sie sich also Block und Stift, listen Sie all Ihre Accounts auf und führen Sie einen direkten Vergleich Ihrer Online-Profile durch. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Online-Marke ist Konsistenz. Je nach Kontext empfehlen wir Ihnen, Ihre Online-Profile aneinander anzupassen. Verwenden Sie z. B. das gleiche Foto, den gleichen Slogan, den gleichen Schreibstil und den gleichen Text, in dem Sie sich selbst beschreiben.

Sparen Sie zukünftig Zeit für Bewerbungsschreiben

Auf die Analyse folgen die nächsten Schritte, um Ihre Online-Marke zu stärken. Sie müssen Ihre Social-Media-Accounts aufräumen. Falls Sie sich vor dem Aufwand fürchten, führen Sie sich vor Augen, wie viel Zeit Sie durchschnittlich damit aufbringen, ein Bewerbungsanschreiben zu verfassen und eine (digitale) Bewerbungsmappe zusammenzustellen. Zeit, die Sie sich zukünftig vielleicht sparen können, wenn Sie die folgenden Hinweise berücksichtigen.

3. Bitte lächeln!

Wer kennt es nicht, das peinliche Foto von der Geburtstagsfeier eines Freundes, das nun das LinkedIn-Profil ziert. Tappen Sie nicht in diese Falle. Ihr Profilbild ist einer der wichtigsten Bestandteile Ihres Auftritts in sozialen Netzwerken. Dafür gibt es zwei Gründe:

  • Es macht Sie menschlich. Niemand tritt gerne mit einem anonymen LinkedIn- oder XING -Benutzer in Kontakt.
  • Sie werden wiedererkannt. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer Ihrer Kontakte Sie im echten Leben identifiziert, ist höher, wenn Sie ein aktuelles Foto verwenden.
  • Lassen Sie ein Foto von sich (und nur von sich) machen, auf dem Kopf, Hals und Schultern zu sehen sind. Schauen Sie freundlich und natürlich in die Kamera – und lächeln Sie!
  • Ihr Firmenlogo sollte auf dem Bild nicht zu sehen sein. Menschen tendieren dazu, sich eher mit Personen anstatt mit Unternehmen zu identifizieren.
  • Nutzen Sie das gleiche Foto für all Ihre Online-Profile. Das wird Ihnen beim Aufbau einer starken Marke helfen und Sie werden leicht wiedererkannt.

4. Sichern Sie sich Ihren Namen

Verwenden Sie auf Social-Media-Plattformen immer den gleichen Benutzernamen. Auf namechk.com können Sie überprüfen, ob ein Name bereits vergeben ist.

Zudem sollten Sie sich etwas Zeit nehmen, um sich Ihre personalisierte URL auf LinkedIn zu sichern. Dadurch werden Sie bessere Ranking-Ergebnisse in den Suchmaschinen erzielen und können schneller auf LinkedIn gefunden werden.

5. Schützen Sie Ihre Privatsphäre

Machen Sie sich mit den Privatsphäre-Einstellungen Ihrer Accounts vertraut, bevor es zu spät ist. Bestimmen Sie selbst, was andere sehen dürfen.

6. Was möchten Sie über sich preisgeben?

Zugegeben, das ist keine einfache Frage. Dennoch sollten Sie für sich selbst beantworten können, was Sie von anderen unterscheidet und warum andere Ihr Social-Media-Profil besuchen sollten. Die Angaben in Ihrem Profil sollten prägnant und überzeugend darstellen, wer Sie sind und was Sie ausmacht.

Investieren Sie langfristig weniger Zeit in die Jobsuche

Ansprechend gestaltete Profile sind schon die halbe Miete. Sie wollen aber auch sichergehen, dass andere auf Sie aufmerksam werden und Sie finden. Das bedeutet, dass Sie sich entsprechend präsentieren müssen. Letztlich sparen Sie mit den folgenden Schritten auf lange Sicht Zeit für Ihre Jobsuche.

7. Trauen Sie sich

Auf Online-Plattformen findet ein permanenter Austausch statt. Trauen Sie sich, daran teilzunehmen. Kommentieren Sie einen Blogpost oder beteiligen Sie sich an einer Diskussion in einer Online-Gruppe – das sind gute Möglichkeiten, um Ihr Fachwissen zu demonstrieren. Kommentieren Sie so häufig wie möglich Beiträge, denn damit bleiben Sie den anderen Benutzern dauerhaft in Erinnerung. Mit ein wenig Übung werden Sie so gut sein, dass Ihr Netzwerk Sie nicht mehr ignorieren kann. Aber Achtung: Seien Sie sich bewusst, dass Ihre Posts auch unangenehme Reaktionen hervorrufen können. Lassen Sie hoch emotionale Themen lieber aus.

Bestenfalls schreiben Sie einen eigenen Blog. Mit etwas Zeit sowie viel Engagement und Zielstrebigkeit können Sie sich so eine Fangemeinde in Ihrem Fachbereich aufbauen. Dadurch heben Sie sich noch deutlicher von Ihren Konkurrenten ab.

8. Seien Sie im Internet leicht auffindbar

Nutzen Sie About.me, um noch besser gefunden zu werden. Mit diesem Online-Branding-Tool können Sie eine eigene Homepage erstellen, eine Biografie, einen Lebenslauf und ein Foto hinterlegen und zu all Ihren Social-Media-Profilen verlinken. Sobald Sie fertig sind, haben Sie Ihren eigenen SEO-freundlichen Online-Hub erstellt, der es jedem ermöglicht, über den von ihm präferierten Kanal mit Ihnen in Kontakt zu treten.

9. Überwachen Sie Ihre persönliche Online-Marke

Es gibt einige Tools, mit denen Sie Ihre persönliche Online-Marke überwachen können. Hier ein paar Beispiele:

  • Google Alerts: Wenn Sie Google Alerts einrichten, erhalten Sie jedes Mal, wenn Sie online erwähnt werden, eine automatische Benachrichtigung. So stellen Sie sicher, dass Sie als Erster auf einen Kommentar reagieren, einen Beitrag retweeten oder mit einer persönlichen Nachricht antworten können. Das wird Ihre persönliche Marke noch mehr stärken.
  • LinkedIn-SSI: Wer viel auf LinkedIn unterwegs ist und seine Personal-Branding-Aktivitäten hierauf fokussiert, dem sei der Social Selling Index (SSI) empfohlen. Der SSI stellt den eigenen digitalen Verkaufserfolg in Relation zur eigenen Branche und bewertet diesen auf einer Skala von 0 bis 100.
  • BrandYourself: Wenn Sie eine Lösung mit grafischer Übersicht nutzen wollen, sollten Sie sich das Tool BrandYourself anschauen. Das Tool prüft, ob die Sucheinträge positiv oder negativ sind und stellt Ihnen nach der Analyse einen Bericht zusammen. Ausserdem unterbreitet Ihnen BrandYourself Vorschläge, wie Sie Ihr Personal Branding verbessern können. Es gibt eine kostenlose Basisversion und eine kostenpflichtige Version, die einen erweiterten Funktionsumfang bereitstellt.

Der Plan hilft Ihnen, eine starke persönliche Online-Marke aufzubauen und diese zu überwachen. Die Online-Marke ergänzt Ihren Ruf, den Sie sich im realen Leben über Jahre hinweg aufgebaut haben, und führt dazu, dass Arbeitgeber Sie als Kandidat für interessante Stellenangebote identifizieren. Das Positive daran: Wenn Sie Arbeit suchen und proaktiv angesprochen werden, müssen Sie in der Regel gar kein Bewerbungsschreiben mehr verfassen.